aktuell Archiv kjubh e.V. Kooperationen Kontakt
  


COLLABORATION

Pressetext "COLLABORATION. Vermittlung. Kunst. Verein"
KNOCKIN’ ON MIND’S DOOR
Konkrete Projektphasen
Was ist Kunst?

Pressemitteilung
Berlin, 12. August 2008

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) und das Land Nordrhein-Westfalen haben mit COLLABORATION.Vermittlung.Kunst.Verein ein Modellprojekt ins Leben gerufen, das Impulse für experimentelle Formen der Kunstvermittlung und der kulturellen Bildung setzt. Ziel ist es, durch eine jährliche Ausschreibung KunstvermittlerInnen für 12 Monate eine kontinuierliche Arbeitspraxis zu bieten, um neue Ideen und Konzepte an Kunstvereinen in Nordrhein-Westfalen zu erproben.

Anfang 2008 sind die über sechzig Kunstvereine und kunstvereinsähnliche Institutionen in NRW zum ersten Mal aufgefordert worden, ein einjähriges Vermittlungskonzept einzureichen, das als Zusammenarbeit (Kollaboration) von KünstlerInnen, KuratorInnen, VermittlerInnen und BesucherInnen umgesetzt werden soll. Erwartet wurden Konzepte, die sich an ein breit gefächertes Publikum richten und dieses aktiv in ästhetische, gesellschaftliche und institutionelle Prozesse und Diskurse integrieren.

Die erfreulich grosse Beteiligung bei der ersten Ausschreibung zeigt, wie notwendig die finanzielle und strukturelle Unterstützung für die künstlerische und vermittelnde Arbeit mit weiten Kreisen der Bevölkerung ist.

Aus den eingegangenen Vorschlägen hat die Jury Anfang Juli sieben Projekte ausgewählt, die ab Herbst 2008 umgesetzt werden.

Ingesamt zeichnen sich diese durch eine grosse Vielfalt unterschiedlicher Themen, Methoden und Formate aus, die auf Inhalt, Kontext, Zeit und Raum des jeweiligen Kunstvereins abgestimmt sind. Neben der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen wird insbesondere auch die ältere Generation angesprochen sowie ein Schwerpunkt auf Menschen mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten gelegt. Die Vermittlungsprojekte ermöglichen eine sowohl spielerische wie ernsthafte, sachliche wie systematische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst, dem öffentlichen Raum, den neuen Medien, der Institution Kunstverein sowie dem Kunstfeld im weitesten Sinn.

Wichtige Parameter des Modellprojektes bilden die kompetente Unterstützung und Beratung während der Vorbereitung und Durchführung der Einzelprojekte sowie eine gut funktionierende Kommunikationsstruktur. Um das zu gewährleisten baut die ADKV ein eigenständig arbeitendes Netzwerk unter den KunstvermittlerInnen auf, welches den gegenseitigen Erfahrungsaustausch und eine kontinuierliche Reflexion der Arbeit zum Ziel hat. Als Plattformen dienen hierzu regelmässige Treffen und Workshops aller KunstvermittlerInnen mit internationalen ExpertInnen sowie ein Diskussionsforum im Intranet der ADKV-Website.

*Die Jury: Leonie Baumann (ADKV, Berlin) Elke aus dem Moore (IFA, Stuttgart) Claudia Hummel (Kunstvermittlerin, Berlin) Peter Schüller (K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen) Dr. Ingrid Stoppa-Sehlbach (Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen)

Kontakt ADKV
Carina Herring (Projektleiterin)
Mariannenplatz 2
D-10997 Berlin
Tel +49 30 611 07 550
Fax +49 30 611 07 470
E-Mail adkv@kunstvereine.de

Kontakt Presse
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine
Yvonne Mielatz, Mielatz_PR
Akazienstrasse 30
D-10823 Berlin
Tel +49 30 917 00 954
E-Mail contact@mielatzpr.de

Web www.mielatzpr.de
Web www.kunstvereine.de

Detaillierte Informationen zu COLLABORATION und zu den einzelnen Projekten finden Sie in Kürze unter www.nrw.kunstvereine.de.
Carina Herring, Yvonne Mielatz

Folgende Kunstvermittlungsprojekte werden realisiert:

Bonner Kunstverein: KunstStück (Dez 2008 – Dez 2009)
Zu jeder Ausstellung sind die beteiligten KünstlerInnen aufgefordert, ein KunstStück zu hinterlassen, das sowohl Gegenstand wie Gedanke, künstlerische Arbeit oder etwas Persönliches usw. sein kann. Diese Gabe dient als Katalysator, um Jugendlichen (insbesondere aus bildungsfernen Schichten) die Auseinandersetzung mit der Kunst und ihren Strukturen über den eigenen Erfahrungshorizont zu ermöglichen. Gleichzeitig werden auch die KünstlerInnen anregt, über die Vermittlung ihrer eigenen Ausstellung / Arbeiten nachzudenken. Anna Dietz, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bonner Kunstverein, wird zusammen mit den KünstlerInnen Nicole Birnfeld, Olaf Mextorf und Britta Schaffeld die Workshops durchführen.

Bielefelder Kunstverein: Situation (Dez 2008 – Dez 2009)
Im Sinne einer künstlerischen Kunstvermittlung wird das Herstellen von Situationen zum Ausgangpunkt des produktiven Umgangs von Jugendlichen mit zeitgenössischer Kunst. Im Vorfeld der jeweiligen Ausstellung erhalten sie eine offene Handlungsanweisung, die als Impuls für die übersetzung von Unsagbarem und Unsichtbarem in der Kunst dient. Die Reflektion von Funktionsweisen der Produktion und Präsentation von Kunst werden sowohl über Methoden des Situativen und Performativen wie über die klassische Kunstrezeption ermöglicht. Das Projekt wird in Zusammenarbeit der Kunstvermittlerin Cynthia Krell und Thomas Thiel, ab September Leiter des Bielefelder Kunstvereins, durchgeführt.

kjubh Kunstverein/Simultanhalle, Köln: Knockin’ On Mind’s Door (Nov 2008 – Dez 2009)
SchülerInnen oberer Jahrgangsstufen lernen die Berufsfelder der zeitgenössischen Kunst in unterschiedlichen Bereichen und Institutionen wie Produktion, Präsentation, Theorie, Crossover, Kulturpolitik, Kunstverein, Kunstmarkt, Sammlung, öffentlicher Raum kontinuierlich über ein Jahr kennen. Sie werden von Anfang an aktiv in die Projektgestaltung einbezogen und können in eigenen Aktionsfeldern die Tätigkeit als KuratorIn, VermitterIn usw. testen. Durch die Einbindung zahlreicher Kunstorte in Köln entsteht ein differenziertes Bewusstsein für die vielfältige Szene der Stadt. Das Projekt wird in Kooperation von kjubh und Simultanhalle mit der Kuratorin und Kunstvermittlerin Birgit Laskowski umgesetzt.

Kölnischer Kunstverein: Open Source/// (Jan – Dez 2009)
Das Vermittlungsprojekt fokussiert den thematischen Schwerpunkt des Ausstellungsprogramms, der sich mit den Bedingungen und Grenzen öffentlicher Räume (Fernsehen, Stadt und Kunstverein) beschäftigt. Mit der Idee des "offenen Zugriffs" werden speziell junge BesucherInnen sowie das bisher unterrepräsentierte Milieu der 30- bis 45-Jährigen als kreative Akteure in den Verein in ein offenes, demokratisches Forum eingebunden. In unterschiedlichen Workshopformaten werden die TeilnehmerInnen eingeladen, ästhetische Strategien auszutesten und als KommentatorInnen sichtbar zu werden. Die freie Kuratorin und Kunstvermittlerin Christine Nippe leitet die Workshops in Kooperation mit weiteren KünsterInnen sowie der KHM Köln.

Liebe deine Stadt, Köln/Düsseldorf: Die Grossen Drei (Aug – Dez 2008)
Beispielhaft anhand des aktuellen Stadtentwicklungsvorhabens von Düsseldorf rund um den Jan-Wellem-Platz (Tausendfüssler, Dreischeibenhaus, Schauspielhaus) werden unterschiedliche Diskurse in Bezug auf die Kommerzialisierung von Stadt sowie den Verlust von öffentlichem Raum verhandelt. "Die Grossen Drei" ist in mehrere Vermittlungsebenen gegliedert. Auf die inhaltliche Einführung durch eine Sonderpublikation in einer Düsseldorfer Tageszeitung folgen öffentliche Vortragsabende sowie eine performative Installation auf dem Gustav-Gründgens Platz, die zum zentralen Ort des Austausches für eine breite öffentlichkeit wird. Das Projekt wird von den Künstlern Merlin Bauer und Markus Ambach in Kooperation mit diversen Partnern, wie Malkasten e.V., dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, dem Kulturamt und dem Stadttheater Düsseldorf u. a. umgesetzt.

Westfälischer Kunstverein Münster: Satellit Kunstverein (Feb – Okt 2009)
Im Jahr 2009 wird der Westfälische Kunstverein auf die Strasse gehen. Damit folgt er konsequent dem Verlust seines Raums durch den Abriss des Landesmuseums. Er nutzt die Phase des Neubaus bis 2013 zur Neubefragung und Neudefinition dessen, was der Kunstverein ist und sein kann. In diesem Sinne wird "Satellit Kunstverein" Jugendlichen die Möglichkeit bieten, einen Satellit des Kunstvereins im öffentlichen Raum zu gestalten. Materialen aus den Beständen des Kunstvereins werden vorübergehend eingelagert und dienen als Baustoff für den Satelliten. Der Künstler Ruppe Koselleck wird mit einer festen und einer offenen Gruppe von Jugendlichen arbeiten. Er führt dabei eine künstlerische Praxis fort, die sich an der Schnittstelle von Gebrauch und Verbrauch sowie künstlerischer Produktion und Wertigkeit angesiedelt hat.

Videonale, Bonn: Generationen Archiv (Aug 2008 – April 2009)
Vor dem Hintergrund der geplanten Erstellung eines Archivs für Videokunst wird zusammen mit jüngeren und älteren Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft am kritischen Umgang mit bewegten Bildern sowie an ihrer Archivierung gearbeitet. Die Vermittlungsstrategien beziehen das ExpertInnenwissen der TeilnehmerInnen mit ein. Es geht folglich nicht eindimensional um die Bildung des Publikums, sondern multidimensional um die Wissensproduktion mit und durch mögliche NutzerInnen des Archivs. Das Vermittlungsprojekt entsteht in der Kooperation von Tasja Langenbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Videonale und der Kunstvermittlerin Birgt Bertram.




Weiterführende Links:
Pressetext "COLLABORATION. Vermittlung. Kunst. Verein"
KNOCKIN’ ON MIND’S DOOR
Konkrete Projektphasen
Was ist Kunst?