25 Jahre kjubh – 2000 Jahre Keramik

Zusammengestellt von Heinrich Miess

17.01. – 21.02.2026

Mit Arbeiten von Ai Weiwei, Ceramica Bitossi/Montelupo, Michael Buthe, Birgit Brühl, De Sphinx/Maastricht, Frechen/Rheinland, Doris Frohnapfel, Isa Genzken, Ricard Ginori/Firenze, Zandra Harms, Nschotschi Haslinger, Walter Heufelder, Allen Jones, El Lissitzky, Tamara Lorenz, Impruneta/Firenze, Robert Rauschenberg, Gerhard Richter, Rom, Société Céramique/Maastricht, Walter Stöhrer, Gert & Uwe Tobias, Türkei, Andy Warhol, Ina Weber, Seltmann/Weiden, Lawrence Weiner und Iskender Yediler. – Kuratiert von Heinrich Miess

Im Frühjahr 2000 wurde der kjubh e. V. von einer Handvoll Kunstinteressierter gegründet und hat sich seither um die Förderung des künstlerischen Nachwuchses mit etwa acht Ausstellungen jährlich verdient gemacht. Gruppenausstellungen waren in dieser Zeitspanne eher eine Seltenheit und so bot sich an, bei einer Überblicksschau einmal ein Maximum von Objekten in dem überschaubaren Raum zu präsentieren und dabei fast vollständig auf herkömmliche Bilder zu verzichten.

Die Jubiläumsveranstaltung mit dem Titel „25 Jahre kjubh – 2000 Jahre Keramik“ zum 25jährigen Bestehen des kjubh Kunstvereins versammelt Gebrauchs- und künstlerische Keramik sowie Mischformen verschiedener Epochen und Provenienzen in der Absicht, die Vielseitigkeit der Behandlung irdenen Materials durch des Menschen Hand (oder Maschine) und die Varianz seiner Ausdrucks- und Anwendungsmöglichkeiten erfahrbar zu machen.

Die offene Präsentation der Schau ermöglicht einen unmittelbaren Vergleich in Hinsicht auf handwerkliche Präzision und formgebendes Experimentiervermögen der Gestalterinnen und Gestalter der ausgewählten Artefakte. Allein das Material – ob einfaches Steinzeug oder edles Porzellan – verlangt wohlüberlegtes Vorgehen in der Phase der Planung und vorausdenkende Sorgfalt bei Ausführung des einzelnen Stücks. Der folgende Prozess der Fertigung endlich scheidet dann Qualität von unglücklichem Misslingen. Nicht nur in der industriellen Produktion ist Ausschuss nach wie vor das größte Problem. Die Empfindlichkeit der so entstandenen Geschirre bei der Nutzung und erst recht beim Transport ist allgemein bekannt und verdeutlicht den Wert der Gegenstände. Selbst als Bruchstücke gelangen sie in die Ewigkeit.

Die Zusammenstellung der Exponate folgt einer möglichen historischen Linearität, ungeachtet des Wagnisses, nicht Vergleichbares vergleichbar zu machen. Limitierte Industrieprodukte (Buthe, Rauschenberg, Richter) als Varianten eines Ready-Mades – das heißt nicht als Voraussetzung eines künstlerischen Werks, sondern als dessen Ziel – begegnen unikatären Gefäßen (Brühl, Harms, Lorenz) mit eindeutiger Handschrift, die auf den intensiven Dialog mit dem Material zurückgeht. Ein Meisterwerk mit Anklängen an fernöstliche Traditionen (Heufelder) steht einem Ensemble gegenüber, das sich durch die lapidare Hinzufügung eines figurativen i-Punkts in ein Beinahe-Ready-Made verwandelt (Tobias). Die zahlreichen anonymen, beziehungsweise nur von den – durchweg namhaften – Herstellern gekennzeichneten Stücke erweisen sich dabei wiederholt den künstlerischen Formgebungen, auch unabhängig von der Zeit ihrer Entstehung, erstaunlich verwandt.

Bildnachweis: H.M., Beirut Soufi, 16.5.2015 (Foto)